Die Lausitz greift nach den Sternen.

ESO/T. Preibisch
Schnelleinstieg

Das Einstein Telescope:
Ein neues Fenster zum Universum

2015 gelang erstmals der direkte Nachweis von Gravitationswellen – rund ein Jahrhundert, nachdem Albert Einstein ihre Existenz vorhergesagt hatte. Mit dieser Entdeckung begann eine neue Ära der Astronomie: Das Universum wird seither nicht mehr allein über Licht beobachtet, sondern auch über die feinsten Verformungen der Raumzeit.

Das Einstein Telescope, ein geplantes unterirdisches Gravitationswellen-Observatorium, soll diesen jungen Forschungszweig auf eine neue Stufe heben. Es verspricht Einblicke in bislang verborgene Phänomene – von der Entstehung Schwarzer Löcher bis hin zu den frühesten Momenten des Kosmos. Drei Regionen in Europa, darunter die Lausitz, sind mögliche Standorte.

Info-Video

Hightech für bahnbrechende Entdeckungen

Karte der Lausitz mit eingezeichneten Orten seismischer Messungen
Fakten

Fakten

  • Gravitationswellen-Observatorium
    der nächsten Generation
  • 10 mal präziser als bisherige Anlagen:
    Längenänderungen kleiner
    als 1/10.000 eines Atomkerns
  • Die Lausitz ist 1 von 3
    europäischen Standortkandidaten
Standortkandidatin im europäischen Wettbewerb um das Einstein Telescope.

Die Lausitz greift nach den Sternen.

Die Lausitz bewirbt sich als Standort für das Einstein Telescope. 

Weil wir’s können: Im Osten Deutschlands. Auf solidem Grund. Mit dem Geist Europas.

Teaserbild Sternzeit Deutschlandfunk
Aktuelles

Im Radio: "Schwarze Löcher in der Lausitz"

14. April 2026

„Sternzeit“ erklärt das geplante Einstein Telescope kompakt und verständlich – und zeigt, wie künftig Gravitationswellen aus dem Kosmos in der Lausitz erforscht werden sollen.

Im Osten Deutschlands: Erfahrung, die Großprojekte trägt.

Kaum eine Region Deutschlands ist so vertraut mit Wandel wie die Lausitz. Auf industrielle Aufschwünge folgten tiefgreifende Umbrüche. Wandel ist hier keine Ausnahme, sondern Erfahrung. Mit dem Kohleausstieg entsteht heute ein Ökosystem für Innovationen: Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft arbeiten gemeinsam an der Zukunft der Region. Großprojekte werden koordiniert, schnell und verlässlich umgesetzt - getragen von der Expertise lokaler Unternehmen und Fachleuten vor Ort. Das Einstein Telescope braucht einen Ort, der Veränderung gestalten kann – politisch, kulturell und vernetzt. Die Lausitz bringt genau diese Stärke mit.

Bohrkerne der Probebohrungen liegen aufgereiht auf dem Boden. Eine Person betrachtet sie prüfend.

Auf solidem Grund: Stabilität, die Präzision garantiert.

Unter der Lausitz liegt ein stabiler Granodiorit – ideal für die hochsensiblen Messungen des Einstein Telescope. Geringe seismische Aktivität, eine störungsarme Umgebung und geeignete Tiefenlagen schaffen die Grundlage für maximale Genauigkeit. Wir untersuchen diese Voraussetzungen derzeit wissenschaftlich, um innerhalb der Region den optimalen Standort für das Observatorium zu bestimmen. Ohne Stabilität kann das Einstein Telescope seine Ziele nicht erreichen. Die Lausitz liefert das Fundament, auf das das Einstein Telescope bauen kann.

Mit dem Geist Europas: Eine Region, die Brücken baut.

In der Lausitz wächst ein Standort internationaler Wissenschaft: Universitäten, Hochschulen, Forschungszentren und Transferinitiativen bündeln Expertise und fördern den Nachwuchs. Zugleich ist die Lausitz Heimat des sorbischen Volkes. Kulturelle Brücken verbinden sie mit dem Osten Europas: von Berlin und Dresden bis nach Praha, Wrocław, Warszawa und darüber hinaus. Hier würde das Einstein Telescope nicht isoliert stehen, sondern Teil eines europäischen Netzwerks sein. Das Einstein Telescope braucht langfristige Perspektiven – für Forschung, Fachkräfte und Zusammenarbeit. Die Lausitz bietet dieses Umfeld und stärkt so die Zukunft Europas.

Portraitfoto Christian Stegmann

Wissenschaft ist mehr als Technologie – sie ist ein Kulturgut, das Menschen und Nationen verbindet. Das Einstein Telescope steht für die gemeinsame Neugier Europas und für Forschung als Projekt der internationalen Partnerschaft. Die Lausitz bietet dafür nicht nur die geologischen Voraussetzungen, sondern auch den Geist der Zusammenarbeit, den große Wissenschaft braucht.

Prof. Christian Stegmann
Wissenschaftlicher Co-Leiter der Machbarkeitsstudie zum künftigen Einstein Telescope in der Lausitz
Männlich gelesene Person steht an einem Rednerpult.

Sachsen denkt Forschung in europäischen Dimensionen. Projekte wie das Einstein-Teleskop verbinden regionale Stärke mit globaler Perspektive. So entsteht Wissen, das weit über den Moment hinaus wirkt – und ein Wissenschaftsstandort, der Verantwortung für die Zukunft übernimmt.

Michael Kretschmer (CDU)
Sächsischer Ministerpräsident
Portraitfoto Sebastian Gemkow

Die Chance, das Einstein-Teleskop in die Lausitz zu holen, ist einmalig. Wenn dies gelingt, würde damit die erste Großforschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft in Ostdeutschland angesiedelt. Der Lausitzer Standort bietet dafür beste Rahmenbedingungen.

Sebastian Gemkow (CDU)
Sächsischer Wissenschaftsminister
Portraitfoto Franziska Schubert

Das Einstein-Teleskop eröffnet der Lausitz, die den Wandel aktiv gestaltet, eine zusätzliche starke Perspektive. Es ist der selbstbewusste Anspruch einer Region im Aufbruch. Wer sich um eines der ambitioniertesten Forschungsprojekte Europas bewirbt, sagt: “Wir trauen uns das zu.”

Franziska Schubert (Bündnis 90/Die Grünen)
Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag
Portraitfoto von Frank-Walter Steinmeier

Viele der Jugendlichen, die hier [...] Abitur machen, [gehen] zum Studium erstmal weg [...], und man weiß nicht, wann und ob sie wiederkommen. Deshalb liegt die Aufgabe ja auf der Hand, und ich habe den Eindruck, daran wird mit größter Intensität gearbeitet - die Region [...] gerade durch den Ausbau des Wissenschaftsstandortes für junge Menschen attraktiv zu machen, die vielleicht vorübergehend mal weggehen, aber für moderne, zukunftsträchtige Arbeitsplätze auch gern wieder zurückkommen.

Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident

Interview im Rahmen der DLF-"Denkfabrik" am 24. November 2025 in Hoyerswerda

Europäisches Auswahlverfahren

Die Entscheidung über den Standort fällt im Rahmen eines europäischen Wettbewerbs. Neben der Lausitz sind auch Sardinien und die Euregio Maas-Rhein im Rennen. Bewertet werden geologische und seismische Eignung, technische Machbarkeit, langfristige Stabilität sowie politische und finanzielle Unterstützung. Die Arbeiten in der Lausitz laufen dabei eng abgestimmt mit den europäischen Projektstrukturen.

 

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